Barmbek: Straßenumbenennung zu Ehren Ralph Giordanos

08. Juni 2016

 

Auf Initiative von SPD und GRÜNEN hat der Regionalausschuss Barmbek am 04. 07. 2016 interfraktionell beschlossen, den am 20. März 1923 in Barmbek geborenen Journalisten, Publizisten, Schriftsteller und Regisseur Ralph Giordano zu ehren. Giordano verstarb am 10. Dezember 2014. 

 

Giordano setzte sich Zeit seines Lebens für den Kampf gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus ein. Als Barmbeker mit italienischen und jüdischen Wurzeln war er während der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten vielfältiger Demütigungen, Misshandlungen und der Verfolgung ausgesetzt. Vor der Deportation der Mutter Giordanos konnte sich die Familie nur mittels eines Verstecks in einem Kellerloch schützen. Giordano erlangte Bekanntheit durch den autobiografisch geprägten Roman "Die Bertinins", der die Geschichte einer Jugend unter dem Nationalsozialismus schildert. 

 

Der Regionalausschuss fordert nun dem Lebenswerk und dem Wirken Giordanos ein Denkmal in unmittelbarer Nähe zur Massaquoi-Passage zu setzen, die zwischen dem Hochpunkt der Verwaltungsberufsgenossenschaft und dem Neubau auf dem ehemaligen HERTIE-Gelände entstehen wird. Der Namensgeber Hans-Jürgen Massaquoi war ein Jugendfreund Giordanos. 

 

Dr. Alice Otto, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hamburg-Nord: "Mit der Benennung einer Straße oder eines Platzes möchten wir Ralph Giordano und sein Lebenswerk ehren. Gerade in unserer heutigen Zeit ist es wichtiger denn je, seinen unermüdlichen Einsatz gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus in Erinnerung zu halten." Die Benennung einer Straße oder eines Platzes in Barmbek könne einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die erlebte Geschichte in dem Roman "Die Bertinis" nicht in Vergessenheit gerate, so Dr. Otto ergänzend. 

 

Rüdiger Wendt, Wahlkreisabgeordneter der SPD in Barmbek-Nord ergänzt: "Der berühmte Barmbeker Bürger Ralph Giordano hat es verdient mit einem Straßen- oder Platznamen hier in Barmbek geehrt zu werden. Wir freuen uns, seinen Namen demnächst auf einem Straßenschild zu sehen.“

 

Der Regionalausschuss hat den Sanierungsbeirat, der sich aus lokalen Gewerbetreibenden, sowie Bürgerinnen und Bürgern zusammensetzt, gebeten, sich mit der Thematik zu befassen und bis zum Oktober dieses Jahres Vorschläge zur Benennung eines Platzes oder einer Straße nach Ralph Giordano zu unterbreiten. Im Zuge der aktuellen Umbauten wurde der Sanierungsbeirat vom Regionalausschuss auch gebeten, sich mit der Neuordnung der zwischen Hufnerstraße und Fuhlsbüttler Straße in Krüsi- und Pestalozzistraße geteilten Straße zu befassen und möglichst eine zur einheitliche Regelung vorzuschlagen. 

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