Zwangsarbeiterlager am Stadtpark: Bezirk beschließt Aufstellung einer Gedenktafel

12. Mai 2016

 

Auf Antrag der Fraktionen von SPD, CDU, DIE GRÜNEN und DIE LINKE beschloss die Bezirksversammlung Hamburg-Nord einstimmig die Finanzierung für eine verschollene Gedenktafel nahe der U-Bahnstation Alsterdorf. Die verschwundene Tafel diente der Erinnerung an das „Stadtparklager Alsterdorf“, in dem zwischen 1942 und 1945 bis zu 1.000 Zwangsarbeiter untergebracht waren.

 

Carsten Gerloff, Sprecher für Kultur der SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord, erläutert: „Die Tafel soll auf beiden Seiten Informationen zum System der Zwangsarbeit allgemein und insbesondere zum Lager am Stadtpark bereithalten. Als Aufstellungsort ist wieder der Bereich Hindenburgstraße / Möhringbogen nahe dem U-Bahnhof Alsterdorf angedacht.“

 

Der GRÜNE Fraktionsvorsitzende und kulturpolitische Sprecher Michael Werner-Boelz kommentiert: „Der beliebte Stadtpark und seine Umgebung haben auch eine dunkle Geschichte. Uns ist wichtig, dass diese nicht in Vergessenheit gerät. Von daher ist es für uns selbstverständlich, dass die verschwundene Gedenktafel erneuert werden muss. Mich freut, dass die Bezirksversammlung dieses Ansinnen einstimmig unterstützt hat“.

 

Hintergrund: Während des Zweiten Weltkrieges waren am und im Stadtpark mehrere Zwangsarbeiterlager eingerichtet. Eines an der Hindenburgstraße zwischen der U-Bahnstation Alsterdorf und dem Stadtpark trug den Namen „Stadtparklager Alsterdorf". Es bestand aus zehn Baracken, die zeitweilig mit 900 bis 1.000 Personen belegt waren. Das Lager existierte von Anfang 1942 bis März 1945 und wurde von der „Deutschen Arbeitsfront“ verwaltet.